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Die drei Elemente einer (selbst)mitfühlenden Erfahrung 

Erstes Element: Achtsamkeit

Als erstes gilt es zu erkennen, dass Leiden anwesend ist. Wer reflexhaft versucht, Leid zu vermeiden oder dagegen anzukämpfen, kann sich nicht dafür öffnen. Achtsamkeit ermöglicht, sich schmerzvollen Erfahrungen zuzuwenden und schafft Bereitschaft, mit diesen Emotionen zu verweilen.

 

Achtsamkeit (engl. Mindfulness) ist eine spezielle Form, die eigene Aufmerksamkeit zu lenken. Es ist das absichtliche, offene und annehmende Beobachten dessen, was im Augenblick des jeweiligen gegenwärtigen Moments geschieht. Ein Gewahrwerden unserer inneren und äußeren Erfahrungen. Ohne Ablenkung und ohne irgendeine Bewertung positiver oder negativer Art.

 

 

Zweites Element: Freundlichkeit

Freundlichkeit ist eine kluge emotionale Antwort – auch auf unser eigenes Leid. Doch leider beurteilen viele sich selbst sehr kritisch und gehen eher hart mit sich um. Würden wir so auch mit einem guten Freund oder einer guten Freundin sprechen? Eine klügere Bewältigungsstrategie ist es, sich im zweiten Schritt sich mit Freundlichkeit zu begegnen. Selbstfreundlichkeit hilft uns, auch uns selbst Verständnis, Fürsorge und Trost zu geben. Wir sind für uns selbst da, wenn wir es brauchen.

 

 

Drittes Element: gemeinsame Menschlichkeit

Wenn etwas schief läuft im Leben oder wir scheitern, fühlen wir uns häufig minderwertig und isoliert. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass dies Teil der gemeinsamen Erfahrung ist, die wir alle machen: jeder Mensch ist Unvollkommen, macht Fehler und scheitert gelegentlich. Diese Tatsache im dritten Schritt anzuerkennen hilft zu verstehen, dass dies alles völlig normal ist. Mehr noch: es verbindet uns Menschen.

 

Wenn diese drei Elemente zusammenwirken entsteht (Selbst)Mitgefühl.