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Mitgefühl und Selbstmitgefühl

In der westlichen Welt wird der Begriff „Mitgefühl“ hauptsächlich für das Mitfühlen mit anderen Menschen verwendet. Was ist jedoch mit uns selbst?

 

Mitgefühl

Mitgefühl ist fühlen für jemanden. Es ist die Emotion, die man als Antwort auf das Leiden anderer empfindet und die den Wunsch zu helfen motiviert.

 

Bei einem Treffen westlicher Wissenschaftler mit S. H. dem Dalai Lama erläuterte dieser, dass in der tibetischen Sprache ein und dasselbe Wort (Tsewa) für Mitgefühl mit uns selbst und mit anderen verwendet wird. Seiner Ansicht nach kann das eine nicht ohne das andere sein. Es wäre geradezu eine Form schwerer Vernachlässigung, uns selbst vom Mitgefühl auszuschließen!

 

Selbstmitgefühl ist deshalb auch keine egozentrische Praxis, sondern vielmehr eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Beziehung sowohl zu uns selbst als auch zu anderen Menschen.

 

 

Selbstmitgefühl

Selbstmitgefühl ist eine positive und mitfühlende Einstellung zu sich selbst als Person – mit allen Qualitäten, Grenzen und auch Fehlern. Es hilft in der Begegnung mit Schmerz und Leid ein offenes, freundliches Herz zu bewahren.

 

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Selbstmitgefühl ein natürliches Heilmittel gegen die Tendenz vieler Menschen zu sein scheint, unangenehme Erfahrungen um jeden Preis zu vermeiden (Experiential avoidance).

 

Selbstmitgefühl ist einer der Schlüsselfaktoren für seelische Gesundheit und möglicherweise der zentrale Mechanismus in der „Effektivität“ von Achtsamkeit.